4. Juli 2016

Montagsfrage: »Liest du Leseproben, um zu entscheiden, ob du ein Buch liest oder entscheiden nur Titel und Klappentext?«

Meine kurze Antwort auf die Montagsfrage würde lauten »weder noch« oder »kommt drauf an« - da ich aber noch nie das Talent für das Schreiben von kurzen knappen Blogbeiträgen besessen habe, folgt nun eine kleine Abhandlung, wie ich Bücher auswähle:
 

Papierleseprobe ziehe ich bei meiner Entscheidung über meine nächste Lektüre gar nicht zurate. Das mag vor allem daran liegen, dass es von den meisten Bücher, die mir zusagen, gar keine solchen kleinen Heftchen gibt. Im letzten Jahr auf der Buchmesse habe ich den Eindruck gewonnen, dass es vor allem von Kriminalgeschichten, Thrillern und Liebesromanen solche Proben gibt. Zwar lese ich schon einmal ein Buch aus einem der drei Genres, aber eben sehr selten und dann meist auf Empfehlung oder von mir schon bekannten Autoren.


Ein bisschen anders sieht es bei Leseproben im Internet aus. Diese verwende ich meistens bei illustrierten Büchern und Graphic Noveln. Wenn ich bspw. durch einen Literaturpodcast auf solch ein Buch gestoßen werde, macht es für mich immer Sinn sich den Zeichenstil, das Lettering u. Ä. anzusehen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen.

Der Titel und auch der Klappentext spielen schon eine wesentlichere Rolle - werden aber oft von Verlagsmitarbeitern bzw. Übersetzern ausgesucht. Dies bedeutet auch, dass beide Dinge in die Irre führen können und der eigentliche Inhalt sehr wenig mit beiden Dingen zu tun hat. Aber natürlich, wenn der Titel schon meinen Interessen entspricht oder toll klingt, dann lasse ich mich gerne beeinflussen.

Da wir gerade schon bei »Äußerlichkeiten« sind, die im Auftrag des Verlags gestaltet werden und nicht vom Schreibenden: das Cover ist mir sehr wichtig. Ich mag es eher schlicht und zurückhaltend - mein aktuelles Lieblingscover ist »Fallensteller« von Saša Stanišić. Es ist so schön, dass ich es sogar als Hintergrundbild auf dem Smartphone habe. Ich liebe es einfach durch eine große Buchhandlung Berlins zu schlendern und mir Bücher mit wunderschönen Covern anzusehen. So habe ich auch schon einige Werke gelesen, nur auf Grund des Covers.

Ein große Hilfestellung bei der Entscheidung für zukünftige Lektüren sind, natürlich und wie sollte es anders sein, die zahlreichen Bibliotheken Berlins. Hier werden oft Neuerscheinungen präsentiert und ich nehme regelmäßig welche mit nach Hause und (ach doch) lese rein. Hinzu kommen noch ein paar Literaturpodcasts, deren Empfehlungen ich schon einige Male gefolgt bin und schon wunderbare Bücher entdeckt habe.

In den letzten Jahren habe ich vermehrt Verlagsvorschauen angesehen und darüber einige Sachen entdeckt. Wenn ich so darüber nachdenke, steht in diesen aber meist auch eine Art Klappentext - der Einfluss ist dementsprechend doch größer als gedacht. Es ist immer aufregend, wenn im Frühling und im Herbst die neuen Vorschauen erscheinen und man unbekannte Autoren entdeckt und sich zeitgleich freuen kann, dass Lieblingsautoren neue Bücher veröffentlichen. Hier spielen die Newsletter von den einzelnen Verlagen auch eine immer größere Rolle...

...und die Verlage selbst gewinnen in meinem Leseleben immer mehr an Bedeutung. Als ich noch nicht gebloggt habe, war mir nicht so bewusst, welcher Autor wo verlegt ist, dies hat sich geändert. Ich kann fast schon sagen, dass ich ein paar Lieblingsverlage habe und mich dort vermehrt nach neuer Lektüre umschaue.

Die Entscheidung ist vielleicht auch immer ein bisschen von allem und von nichts beeinflusst. Manchmal weiß man auch gar nicht mehr, aus welchem Grund man was gelesen hat, aber man hatte Spaß!

Rechte: Buchfresserchen

1 Kommentar:

  1. Es gibt immer eine lange und eine kurze Antwort :-) Deine war sehr interessant! Da ich wenig Neuerscheinungen lese, sondern mich treiben lasse, habe ich keinen Blick dafür, welcher Verlag wen veröffentlicht. Die Idee mit der Bibliothek finde ich toll, aber da ich fast jedes Buch, das ich anfange, zuende lese, wäre das viel, viel Zeit.

    Papier-Leseproben mag ich sehr, aber ich gebe dir recht: Es gibt zuwenige. Ich war erstaunt, dass es bei der letzten Buchmesse wieder mehr gab, auch aus verschiedenen Genres. Aber.. ideal wäre es, wenn es ne Leseprobe zu jedem Buch gäbe. Kindle zählt nicht - die Proben sind oft sehr kurz...

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