27. Juni 2016

Montagsfrage: »Wie ist bei dir das Verhältnis zwischen fiktionalen und nonfiktionalen Büchern, wenn du dein Leseverhalten betrachtest?«

Ich bin eine Romanleserin - war ich schon immer und vermutlich werde ich auch eine bleiben. Aus diesem Grund habe ich auch relativ wenige nicht fiktionale Bücher und diese stehen hauptsächlich ungelesen in meinem Regal. Das Verhältnis ist wahrscheinlich 10 Prozent nicht Fiktionales zu 90 Prozent Fiktionales.

Eigentlich komisch, dass ich so wenig aus dem nicht fiktionalen Bereich habe, denn er umfasst unglaublich viele Genres - u.a. populärwissenschaftliche Sachbücher, Bildbände, Tagebücher, Biografien, Quellensammlungen und hochwissenschaftliche Bücher. Wie ich schon einmal in einer Montagsfrage erwähnt habe, besitze ich auch einige Bildbände, ein paar Reiseberichte und eine kleine Auswahl an Büchern aus der Bundeszentrale für politische Bildung.

Tagebücher habe ich noch nie gelesen, ich habe immer eher versucht mich dem Menschen mittels ihrer Werke, Filme oder Kunst zu nähern. Außerdem finde ich diese meist schwierig zu lesen, da, bedingt durch die Form, es zusammenhangslos geschrieben ist und ich mich sehr konzentrieren müsste. Ebenso geht es mir bei Biografien - das Werk sagt für mich viel mehr aus. Wahrscheinlich liegt das auch stark daran, dass ich komplett im 21. Jahrhundert angekommen bin und ich mit dem Smartphone jederzeit ins Internet gehen kann und Biografien heute immer verfügbar sind.

Und dann habe ich noch eine ganz eigene »Leidensgeschichte« mit Sachbüchern: Ich mag nämlich überhaupt keine Fußnoten. Entweder stehen sie auf der Seite ganz unten oder, was ich noch viel schlimmer finde, sie befinden sich im Anhang. Es gibt Bücher, die versteht man ohne Fußnoten und andere bleiben ohne ein Mysterium - das weiß man vor dem Lesen aber nie. Außerdem habe ich einen riesengroßen Respekt vor solchen Büchern und fühle mich immer ein wenig klein und auch ein wenig dumm. Ich weiß, dass es nicht rational ist, aber so ist es nun einmal.

Aber was mir bei solchen schwierigen Sachbüchern immer hilft, ist, sie nicht zu lesen, sondern als Hörbuch zu hören. Denn damit wird die Frage mit dem Umgang der Fußnoten schon vorher für mich getroffen und ich kann es mehr genießen. Vielleicht sollte ich demnächst doch mal »Die Schlafwandler« von Christopher Clark hören...

Zum Glück gibt es aber auch Sachbücher, die sehr populärwissenschaftlich geschrieben worden sind und auf Fußnoten verzichten, da sie eine breitere Masse ansprechen wollen. Die mag ich auch ganz gerne und ich habe in diesem Jahr schon zwei gehört. Beide waren ganz wunderbar, ich finde aber das es durch das Vorlesen einfach sehr viel gewinnt.

Wahrscheinlich habe ich auch nicht so viele nicht fiktionale Bücher, weil ich eine große Anhängerin des Konzepts Podcast bin. Ich liebe vor allem Reportagen, medienkritsiche Magazine, Literatursendungen und natürlich (momentan mein Liebling) »No Such Thing As A Fish«. Täglich höre ich einzelne Sendung - mein Ausgleich zu den Romanen.

Rechte: Buchfresserchen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen