5. Oktober 2015

Nobelpreis Tag eins: Medizin

Gestern vor einem Jahr habe ich angefangen zu bloggen. In diesem Jahr habe ich gelernt, dass ich mich am meisten mit Literatur beschäftige. Und obwohl mich das wirklich ausmacht, habe ich noch viele andere Interessen - eins davon ist die Wissenschaft. So will ich in euch auch in diesem Jahr die Vergabe der Nobelpreise nicht vorenthalten. Und genau diese Woche soll zu einer Geburtstagstradition werden, hoffentlich folgen noch viele.

Denn was an dieser Woche so wunderbar ist, endlich stehen nicht Schauspielerinnnen oder Trashpeople im Vordergrund, sondern die wirklichen Stars der Welt, die uns heilen, unser leben einfacher machen und die Welt schöner: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Diese Woche gehört euch!











Wie schon seit vielen Jahren wird am Montag der Nobelpreis in der Kategorie Medizin/Physiologie verliehen. Und wie schon im letzten Jahr geht er an drei Wissenschaftler. Die erste Hälfte geht an den Iren William C. Campbell und den Japaner Satoshi Ōmura für die Entdeckung einer neuartigen Therapie gegen Infektionen, die durch Fadenwürmer verursacht werden. Die zweite Hälfte geht an die Chinesin Youyou Tu für ihre Entdeckung einer neuartigen Therapie gegen Malaria.

Parasiten plagen die Menschheit seit Jahrhunderten, vor allem Bewohner armer Länder sind betroffen. Die drei heute Ausgezeichneten trugen dazu bei, dass Therapien und Medikamente gegen parasitäre Krankheiten revolutioniert worden sind, so vor allem gegen Malaria, Flussblindheit und Elefantiasis. So begründet das Nobelpreiskomitee:
»Diseases caused by parasites have plagued humankind for millennia and constitute a major global health problem. In particular, parasitic diseases affect the world’s poorest populations and represent a huge barrier to improving human health and wellbeing. This year’s Nobel Laureates have developed therapies that have revolutionized the treatment of some of the most devastating parasitic diseases.
William C. Campbell and Satoshi Ōmura discovered a new drug, Avermectin, the derivatives of which have radically lowered the incidence of River Blindness and Lymphatic Filariasis, as well as showing efficacy against an expanding number of other parasitic diseases. Youyou Tu discovered Artemisinin, a drug that has significantly reduced the mortality rates for patients suffering from Malaria.
These two discoveries have provided humankind with powerful new means to combat these debilitating diseases that affect hundreds of millions of people annually. The consequences in terms of improved human health and reduced suffering are immeasurable.« (Quelle: nobelprize.org)
 Satoshi Ōmura &William C. Campell


Der Mikrobiologe Satoshi Ōmura fand heraus, dass eine bestimmte Gruppe von Bakterien antibakterielle Aktivitäten aufweisen. Mit einem außergewöhnlichen Verfahren gelang es ihm aus Bodenproben im Labor einzelne Stämme zu ziehen und zu kultivieren. Aus den unzähligen Stämmen wählte er die 50 vielversprechenste aus um sie weiter auf ihre Aktivitäten gegen schädliche Mikroorganismen zu untersuchen und schickte einige an William C. Campell...

...der sie an Tieren erfolgreich ausprobierte. Es zeigte sich, dass diese gegen Parasiten erfolgreich kämpfen konnten.

Sie fanden schließlich raus, dass eine bestimmte Substanz, die sie Avermectin nannten für diesen Effekt verantwortlich waren. Chemisch konnten sie diesen Effekt noch verstärken und wird heute bei den unterschiedlichsten Krankheiten eingesetzt.

Interview mit  Satoshi Ōmura
Die Mikroorganismen entdeckte er lustigerweise beim Golfspielen.




Interview mit William C. Campell
Er ist unglaublich bescheiden im Interview.




Youyou Tu 



In den 1960 war der Versuch Malaria auszurotten gescheitert und die Krankheit war auf dem Vormarsch. Wie die beiden oben erwähnten Herren ließ sich auch die Pharmakologin von der Natur inspirieren um ein neuartiges Heilmittel gegen die Krankheit zu entwickeln. Dabei fiel auf, dass die Pflanze Artemisia annua ein guter Kandidat war. Da die Ergebnisse widersprüchlich waren, schaute sie in alten chinesischen Büchern den Hinweis einen bestimmten Wirkstoff der Pflanze zu extrahieren. Der Wirkstoff, genannt Artemisinin, hat eine hohe Wirkung gegen Malaria - bei Tier und Mensch und kann in jedem Stadium der Krankheit angewandt werden.






Die Vergabe des diesjährigen Preises zeigt, wie wichtig es ist neue Medikamente zu entwickeln, damit das Leiden von Millionen von Menschen gelindert werden kann. Herzlichen Glückwunsch an die Ausgezeichneten.

»The discoveries of Avermectin and Artemisinin have revolutionized therapy for patients suffering from devastating parasitic diseases. Campbell, Ōmura and Tu have transformed the treatment of parasitic diseases. The global impact of their discoveries and the resulting benefit to mankind are immeasurable.« (Quelle: nobelprize.org)

Wenn ihr noch mehr erfahren wollt ein Blick auf die Internetseite des Nobelpreises lohnt sich immer. Sie haben unglaublich viele Materialien, Interviews, Aufsätze und auch Lustiges.

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