12. März 2015

Preis der Leipziger Buchmesse 2015

Seit 2005 wird im Rahmen der Frühlingsbuchmesse auch der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. Genauso lange also schon, wie der Deutsche Buchpreis und damit (jedenfalls für mich) auch einer der wichtigsten deutschen Buchpreise.

Im Unterschied zu Frankfurt wird in Leipzig zum einen auf eine Longlist verzichtet und zum anderen wird nicht nur im Bereich Belletristik ausgezeichnet, sondern auch in den Bereichen Übersetzung und Sachbuch/Essay. Gerade die Kategorie Übersetzung finde ich sehr wichtig, da uns sonst einfach viele Texte verschlossen bleiben würden. Wie viele von uns können schon mehr als zwei bis drei Sprachen auf einem Niveau sprechen, dass wir Originaltexte verstehen könnten? Eben, darum sind Übersetzerinnen und Übersetzer so unfassbar wichtig und nötig. Leider werden sie sehr schlecht bezahlt, was ich nebenbei bemerkt für einen großen Skandal halte.



In diesem Jahr geht der Preis in der Kategorie Übersetzung an Mirjam Pressler, die neben ihren Übersetzungen auch als Autorin von Kinder- und Jugendbüchern tätig und sehr erfolgreich ist. Sie erhält den Preis für die Übersetzung des neusten Romans von Amos Oz. Herzlichen Glückwunsch!

Den Preis in der Kategorie Sachbuch gewann Philipp Ther, der für sein Buch über die politsichen Veränderungen Osteuropas nach 1989/90 ausgezeichnet worden ist. Das hört sich unglaublich spannend an. Herzlichen Glückwunsch!

In der Kategorie Belletristik ging der Preis erstmalig an einen Lyriker und zwar an Jan Wagner. Herzlichen Glückwunsch!

...und da dachte ich, dass ich euch alle 15 nominierten Bücher kurz vorstellen, mit einer kurzen Inhaltsangabe und meinem ersten Eindruck. Vielleicht ist für euch ja auch das ein oder andere Buch interessant. Ich hatte sehr viel Spaß beim Stöbern.

Übersetzung

1. Klaus Binder übersetzte Lukrez aus dem Lateinischen »Über die Natur der Dinge«


Rechte: Galiani Verlag
»Fast unglaublich war, was der italienische Humanist Poggio Bracciolini in einem deutschen Kloster entdeckte – kurz nachdem in Konstanz Johannes Hus als Ketzer verbrannt worden war: ein Gesang aus der Römerzeit, der in wunderbarer Poesie vom Bau der Welt erzählt und wie die Menschen darin ein glückliches Leben führen können – ohne Angst vor dem Tod und ohne falsche Furcht vor Göttern.
Die nämlich – so Lukrez – sollen den Menschen getrost egal sein. Eine philosophisch fundierte Feier der Natur, des Lebens und der Liebe. [...] Aber der Siegeszug dieses unendlich schönen, freien und unvoreingenommenen Textes war nicht mehr aufzuhalten [...].« (Quelle: Galiani)

Dieses Buch interessiert mich nicht so sehr, auch weil ich sehr alten Texten als schwierig empfinde. Dennoch weiß ich, was es für eine Leistung ist einen Text aus dem Lateinischen zu übertragen und ziehe meinen Hut vor dem Übersetzer. Klaus Binder beschreibt hier, wie er an der Übersetzung arbeitete und war auch Gast beim hr2 Kulturgespräch.


2.  Elisabeth Edl übersetzte Patrick Modiano aus dem Französischen »Gräser der Nacht«

Rechte: Hanser Verlag
»Aus der Distanz eines halben Jahrhunderts erinnert sich Jean, wie er sich in die geheimnisvolle Dannie verliebte. Als er sie in den 1960er Jahren kennenlernt, lebt sie in Paris, hat so viele Namen wie Adressen und verkehrt mit einer zwielichtigen Bande, die Kontakte nach Marokko unterhält. Trotz der vage lauernden Gefahr werden der angehende Schriftsteller und die junge Frau ein Paar. Doch dann verschwindet Dannie von einem Tag auf den anderen. Und Jean wird als Zeuge in einem ungeklärten Todesfall verhört, der eine neue Geschichte von Dannie erzählt.« (Quelle: Hanser)

Im letzten Jahr gewann Patrick Modiano den Literaturnobelpreis und ich habe auch bis heute noch nichts von ihm gelesen, obwohl mich sein Werk interessiert. Und ich muss sagen, dass diese Zusammenfassung sehr gut klingt und das Buch gleich auf meine Wunschliste gewandert ist.



3. Moshe Kahn übersetzte Stefano D'Arrigo aus dem Italenischen »Horcynus Orca«

Rechte Fischer Verlage
»Die Landschaften um die Straße von Messina bilden die Brücke zwischen den Mythen der Antike und der Gegenwart. Hier, zwischen Skylla und Charybdis, hörte Odysseus den Gesang der Sirenen. An genau diesen Ort, sein Zuhause, strebt der Held von Stefano D'Arrigos Meisterwerk ›Horcynus Orca‹, [...]. D'Arrigo bannt diese ganze Welt in nur vier Tage: Ein 1943 nach dem Zusammenbruch der Marine heimkehrender Matrose erfährt, was der Krieg aus seinen Menschen gemacht hat. Eine geheimnisvolle Frau hilft dem Fischer ohne Boot über die Meerenge, aber er muss erfahren, dass jede Heimkehr vergeblich ist, wenn der Tod das Ruder führt. 
Vierzig Jahre nach dem Erscheinen ist es Moshe Kahn gelungen, den lange als unübersetzbar geltenden Roman zum ersten Mal in eine andere Sprache zu übertragen. Er hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht, für das sizilianische Italienisch mit seinen bildstarken und metaphernreichen Dialekten und erdigen Phonemen eine deutsche Entsprechung zu finden, [...] .« (Quelle: Fischer)

Ich finde, dass klingt äußerst interessant und gleichzeitig aber auch sehr schwierig. Ich bin neugierig und weiß nicht so recht. Aber Freunde, ich liebe das Meer und Geschichten rund um das Meer - aus diesem Grund werde ich mal rein lesen. Und das Cover ist zum Niederknien.


4. Mirjam Pressler übersetzte Amos Oz aus dem Hebräischen »Judas« - Gewinnerin - 

Rechte: Suhrkamp
»Das Leben des jungen Schmuel Asch ändert sich im Winter 1959 von Grund auf: Seine Freundin verlässt ihn, seine Eltern melden Konkurs an, und er muss sein Universitätsstudium abbrechen. Verzweifelt findet er Unterschlupf und Arbeit in einem alten Jerusalemer Haus als Gesellschafter für einen behinderten, rhetorisch gewandten Mann. Als Schmuel sein neues Domizil bezieht, begegnet er der schönen und aufregenden Atalja Abrabanel, die beinah doppelt so alt ist wie er. Sie macht ihm unumwunden klar, dass es besser wäre, sich nicht in sie zu verlieben, andernfalls würde er seinen Arbeitsplatz sofort verlieren, wie alle seine Vorgänger.« (Quelle: Suhrkamp Verlag)

Bei der Bekanntgabe war Amos Oz auch anwesend und hat sich mit seiner Übersetzerin zusammen gefreut. Ich wollte auch schon immer mal ein Amos Oz Buch lesen. Dennoch denke ich, dass es dieses nicht sein wird, weil mich die Geschichte nicht so interessiert. Habt ihr vielleicht schon ein Amos Oz Roman gelesen und könnt mir einen als Einstieg empfehlen?

Die Jury über das Buch:
»Eingebettet in eine ungewöhnliche Dreiecksgeschichte im Jerusalem des Winters 1959/60 erzählt Amos Oz von den bewegten Jahren der Staatsgründung Israels. Mit kunstvoller Zurückhaltung trifft Mirjam Pressler den Ton dieses großen Erzählers und macht seine schroffe Wärme auch auf Deutsch spürbar.« (Quelle: Preis der Leipziger Buchmesse)


5. Thomas Steinfeld übersetzte Selma Lagerlöf aus dem Schwedischen »Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden«

Rechte: Die andere Bibliothek
»Nils Holgersson, ein Klassiker der Weltliteratur und bereits 1906 von der ersten weiblichen Literaturnobelpreisträgerin als Porträt ihres Landes aus der Vogelperspektive verfasst, ist oft ins Deutsche übertragen worden – in den allermeisten Fällen jedoch gekürzt und bearbeitet. Und die wenigsten der Lagerlöf-Leser wissen, dass eine ungekürzte Ausgabe nur schlecht zugänglich ist und eine gelungene Übersetzung bis heute nicht vorliegt.
Akka von Kebnekaise, der Adler Gorgo oder das Gänsemädchen Asa und der kleine Mats, – diese Figuren von Selma Lagerlöf begleiten uns auf einer Reise durch die schwedischen Provinzen in einem Entwicklungsroman voller Märchen und Legenden – und durchaus aufs Schönste belehrend.
Die neue vollständige Übersetzung von Thomas Steinfeld wird Selma Lagerlöfs Sprache mit ihren Eigentümlichkeiten, dem wunderbaren Schwedisch einer vergangenen Zeit, endlich gerecht.« (Quelle: Die andere Bibliothek)

Ich glaube, dass ich als Kind dieses Buch schon mal gelesen hatte, aber es war eher ein Bilderbuch und wie alle anderen Übersetzungen unvollständig. Ich finde diese Übertragung sehr interessant und auch dieses Buch darf auf meine Wunschliste.


Sachbuch/Essayistik


Rechte C.H.Beck
Theorie – von dem Wort ging seit den sechziger Jahren ein magisches Leuchten aus. Theorie war ein Glaubensartikel, eine Wahrheitsmaschine und ein Lebensstil. Doch woher kam die Faszination für die gefährlichen Gedanken? Philipp Felsch folgt in seinem grandios geschriebenen Buch den Hoffnungen und Irrwegen einer Generation, die sich in den Dschungel der schwierigen Texte begab. Für drei Jahrzehnte gehörte der Theorieband als Vademekum in jede Manteltasche. [...] In einer Welt, die im Kalten Krieg erstarrte, ging nur von großen Ideen Bewegung aus. Je schwieriger die Texte, desto intensiver die Lektüre, je abstrakter die Argumente, desto relevanter für die Wirklichkeit. Heute, wo die intellektuellen Energien von ’68 in schwach glimmende Substanzen zerfallen sind und viele der einstigen Akteure ihre Memoiren geschrieben haben, ist es Zeit zurückzublicken: Was war Theorie? [...] Philipp Felsch schreibt die Geschichte einer geistigen Revolte, indem er den Abenteuern der Büchermacher und ihres Umfelds folgt.« (Quelle: C.H.Beck)

Ich mag Theorien nicht, wirklich gar nicht. Schon im Studium war ich immer eine Anhängerin der empirischen Ergebnisse. Auf der Verleihung aber deutete die Jury aber auch an, dass es in diesem Buch auch ganz stark um die Entwicklung des Buchmarktes geht. Aus diesem Grund bin ich zwiespältig, ob dieses Buch etwas für mich ist...



Rechte: Fischer Verlage
»Die Geschichte der Rhetorik geht immer nur von Anleitungen für gute Reden aus, nie von tatsächlich gehaltenen Reden. Das ändert Karl-Heinz Göttert, indem er Redner und Reden in überraschenden Paarungen nebeneinanderstellt: u.a. Perikles und Richard von Weizsäcker, Cicero und Joschka Fischer, Augustinus und Otto von Bismarck. Dadurch vermittelt er die Geschichte der Rhetorik aus völlig neuer Perspektive – und entlarvt nebenbei die europäische Tradition als Konstrukt mit eigenen Konturen und die vielbeschworene „Macht der Rede“ als Mythos. Eine glänzende, anschauliche und lebensnahe Darstellung und ein ungemein unterhaltsames und kenntnisreiches Buch.« (Quelle: Fischer)

Das klingt doch sehr interessant und auch nicht so trocken, wie andere Bücher über Rhetorik. Aber auch hier bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich etwas für mich ist. Ich denke, dass ich hier auch erst rein lesen muss und mich danach entscheiden werde. Sachbücher lese ich halt wenig, eigentlich schade und vielleicht sollte ich das jetzt ändern.


3. Reiner Stach »Kafka. Die frühen Jahre«


Rechte: Fischer Verlage
»Nach den fulminant gefeierten ersten zwei Bänden seiner Kafka-Biographie schließt Reiner Stach sein großes Werk mit Kafkas Kindheit und Jugend, Studium und ersten Berufsjahren ab. Die Entfaltung von Kafkas Sprachtalent, seine Bildungserlebnisse, die Reifung seiner Sexualität und nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit neuen Technologien und Medien sind die entscheidenden Wegmarken. Reiner Stachs Kafka-Biographie genießt schon jetzt den Ruf eines internationalen Standardwerks, das die Möglichkeiten der literarischen Biographie neu ausgelotet hat. Erneut bietet Reiner Stach ein erzählerisch dichtes und farbiges Panorama der Zeit und zugleich die einfühlsame Studie eines außergewöhnlichen Menschen.« (Quelle: Fischer)

Auch hier muss ich wieder gestehen, dass ich nur ganz wenig von Kafka gelesen habe. Ich denke, bevor man diese Biografie liest, sollte man erst einmal ein paar Texte von Kafka selbst lesen. Aber sonst finde ich es eine große Leistung drei Bände (neben diesem auch: »Die Jahre der Entscheidung« und»Die Jahre der Erkenntnis«) über Kafka zu schreiben.



Rechte: Suhrkamp
»Als im November 1989 die Mauer fiel, begann ein Großexperiment kontinentalen Ausmaßes: Die ehemaligen Staaten des Ostblocks wurden binnen kurzer Zeit auf eine neoliberale Ordnung getrimmt und dem Regime der Privatisierung und Liberalisierung unterworfen. Philipp Ther war vor Ort, als die Menschen damals in Prag auf die Straße gingen, später lebte er mehrere Jahre in Tschechien, Polen und der Ukraine. In diesem Buch legt er eine umfassende zeithistorische Analyse der neuen Ordnung auf dem alten Kontinent vor – und zwar erstmals in gesamteuropäischer Perspektive. Angereichert durch persönliche Erfahrungen, rekapituliert Ther den Verlauf der verhandelten Revolutionen. Er zeigt, dass der Umbau der mittel- und osteuropäischen Ökonomien auch auf Länder im Westen zurückwirkte, die Arbeitsmarktreformen der rot-grünen Bundesregierung interpretiert er z. B. als nachholende Modernisierung.« (Quelle: Suhrkamp)

Das ist mein Buch und meine Zeit. Ich hätte es ohne diesen Preis nie entdeckt und bin beim Schreiben ganz aufgeregt, weil sich das so toll anhört. Herr Ther hat bei der Verleihung auch über die aktuelle Situation seiner Freunde in der Ukraine gesprochen und sagte, dass er einen Teil des Preisgeldes dahin spenden will - finde ich toll.

Die Jury über das Buch:
»Ein Geschichtsbuch, das, 25 Jahre nach dem Mauerfall, von der Gegenwart handelt. Reportagen, Analysen und Wirtschaftsdaten fügen sich zu einem Text über den postsowjetischen Raum, den lesen sollte, wer die jüngsten Konflikte in Europa verstehen will.« (Quelle: Preis der Leipziger Buchmesse)


5. Joseph Vogl »Der Souveränitätseffekt«

Rechte: Diaphanes Verlag
»Wirtschaftskrisen bieten die Chance zur Realisierung des politisch Unbequemen, formulierte Milton Friedman einmal. Die Finanzkrise hat in ihrer jüngsten Zuspitzung zu einer unverkennbaren Krise des Regierens geführt, zu einer Notstandspolitik in der Grauzone zwischen Wirtschaft und Politik: Die Regierungsgeschäfte haben Expertenkomitees, improvisierte Gremien und ›Troikas‹ übernommen, deren Legitimation der Ausnahmefall ist.
Diese Entwicklung ist allerdings keineswegs neu. Wie Joseph Vogl in seinem neuen Buch zeigt, sind die Dynamiken des kapitalistischen Systems und des Finanzkapitalismus durch eine Ko-Evolution von Staaten und Märkten geprägt, in der sich wechselseitige Abhängigkeiten etablieren und verstärken. [...] Die aktuelle Dominanz von Finanzmärkten wird so als jüngste Spielart einer Ökonomisierung des Regierens begriffen, in der die Verschränkung von Machtausübung und Kapitalakkumulation informelle ›Souveränitätseffekte‹ erzeugt.« (Quelle: Diaphanes)

Das ist nichts für mich. Ich fand die Zusammenfassung schon schwierig, sodass ich denke, dass Buch ist genauso kompliziert. Das Thema selbst finde ich aber sehr spannend. Wie souverän ist der Staat wirklich und wie viel Macht hat die Wirtschaft?


Belletristik

1. Ursula Ackrill »Zeiden, im Januar«

Rechte: Wagenbach
»21. Januar 1941. Es ist Winter in Siebenbürgen. [...] Leontine Philippi, graue Strähnen im Haar, schreibt hellsichtig an der Stadtchronik von Zeiden. Das Manuskript aber hält sie unter Verschluss. Ihr Ziehkind Maria, eine junge Rumänin, kauft und verkauft Gegenstände, die ihre Besitzer gegen Fluchtgeld tauschen, und scheint nichts zu begreifen. Mit Franz Herfurth, ihrem Vertrauten aus Kindertagen, spricht Leontine seit Monaten kein Wort. Er ist jetzt Schularzt in Zeiden, untersucht SS- Rekruten, die vom Reich gefordert werden, und hat Gründe, den Idioten des Ortes mit Argwohn zu verfolgen. Leontine jedoch lässt sich den Mund nicht verbieten, auch wenn sie bis zum Schluss, noch in höchster Gefahr, über mancherlei schweigt.« (Quelle: Wagenbach)

Für meine Freundin J. ist das, glaube ich, ein sehr gutes Buch, da sie sich sehr für die Geschichte Siebenbürgens interessiert und auch viel davon erzählt hat. Und auch ich finde, dass es sehr spannend klingt und einen Blick wert ist. Dazu kommt, dass es in einem unabhängigen Verlag erschienen ist und wir diese unterstützen sollten.


2. Teresa Präauer »Johnny und Jean«

Rechte: Wallstein Verlag
»Mach gute Kunst! Nichts Geringeres haben Johnny und Jean im Sinn, als sie sich nach dem Sommer in der Kunsthochschule wieder begegnen. Ein Sprung ins kalte Wasser steht am Beginn dieser Geschichte, und hundert Schritte sind noch zu tun für eine Weltkarriere in New York und Paris. Was dabei hilft: die Einflüsterungen der Alten Meister, gut gespitzte Buntstifte und eine Flasche Pastis.
Und manchmal hilft das alles überhaupt nicht. [...] In zahlreichen Episoden erfindet Teresa Präauer das abenteuerliche Leben zweier junger Männer, die sich in der Kunst und im Leben üben. Lustvoll und schlagfertig!« (Quelle: Wallstein)

Ich bin mir hier etwas unsicher. Die Zusammenfassung liest sich eigentlich ganz gut und interessant, was aber über das Buch bei der Verleihung gesagt worden ist, hat mich leider nicht überzeugt. Ist das ein Buch für Menschen, die Kunst oder Kunstgeschichte studiert haben und die sich in dieser Welt auskennen und die Andeutungen des Buches verstehen? Oder ist es ein nettes Buch über Kunst, was man auch verstehen kann, wenn die Grundlage zwar da ist, aber nicht en détail? Auch dieses werde ich mir demnächst im Buchladen mal ansehen, denn das Cover ist wunderschön. Ehrlich!


3. Norbert Scheuer »Die Sprache der Vögel«


Rechte: C.H.Beck
»Paul Arimond kommt 2003 als Sanitäter der Bundeswehr nach Afghanistan, in ein Land, das schon sein Ururgroßvater einst, auf der Suche nach der Universalsprache der Vögel, wegen seiner reichen Tierwelt bereist hatte. Auch Paul, geplagt von Schuldgefühlen nach einem Autounfall, den er mit verursacht hat, liebt es, Vögel zu beobachten und Aufzeichnungen über sie zu machen. Sie scheinen nach einer anderen Ordnung und mit anderen Freiheiten zu leben. Inmitten einer zunehmend gefährlichen Bedrohungslage beginnt Paul immer unberechenbarer und anarchischer zu handeln.« (Quelle: C.H.Beck)

Im Vorfeld der Preisverleihung war dieses Buch der Favorit, sowohl von mehreren Buchbloggern als auch von Literaturkritikern. Ich hatte nur den Titel gehört und dachte, dass mag ich bestimmt nicht. Denn wie einige wissen, mag ich keine Naturbeschreibungen und irgendwie auch keine Tierbeschreibungen. Jetzt aber finde ich den Inhalt sehr spannend und kann mir noch nicht recht vorstellen, wie es umgesetzt worden ist. Was für mich einen weiteren Reiz ausmacht, ist der Handlungsort und der vermutlich äußerst vielschichtiger Protagonist. Ich habe richtig Lust diesen Roman zu lesen.


4. Jan Wagner »Regentonnenvariationen« - Gewinner - 

Rechte: Hanser Verlag
»Der Garten, in dem die Regentonne steht, ist phantastisch weit, reich und offen – eine Welt. In diesem Lyrikband geht es in die Natur mit all ihren kunstvollen Variationen des Lebens. Jan Wagner lässt den Giersch schäumen, dass einem weiß vor Augen wird, nimmt Weidenkätzchen und Würgefeige, Morchel und Melde, Eule, Olm und Otter ins poetische Visier, zoomt ran, überblendet assoziativ, bis der Blick sich weitet und man weiß, für einen Augenblick zum Wesen der Dinge vorgedrungen zu sein. Es ist immer wieder ein Wunder, wie es diesem Lyriker gelingt, Bilder zu schaffen, die in einem Halbvers Stimmungen heraufbeschwören – bis längst Vergessenes oder nie Gesehenes vor Augen steht.« (Quelle: Hanser)

Das erste Mal in der Geschichte des Preises gewinnt ein Lyrikband, da war ich überrascht, finde es aber toll.
Generell mag ich (moderne) Gedichte schon, lese sie aber sehr selten. In Jan Weilers Gedichte habe ich jetzt kurz rein gelesen und finde sie recht gut. Was mich stört, ist die Kleinschreibung von allem, vielleicht hat das aber auch einen Sinn. Um euch einen Eindruck zu verschaffen, hier eine kleines Gedicht von Jan Wagner:

»koalas
so viel schlaf in nur einem baum,/so viele kugeln aus fell/in all den astgabeln, eine boheme/der trägheit, die sich in den wipfeln hält und hält...« (Rechte + Quelle: Hanser)

Die Jury über das Buch:
»Ein Gedichtband, in dem die Regentonne zur Wundertüte wird, der Giersch zur Gischt, Unkraut und unreiner Reim ihren Charme entfalten und die Lust am Spiel mit der Sprache vor den strengen Formen nicht Halt macht: Lyrik voller Geistesgegenwart.«(Quelle: Preis der Leipziger Buchmesse


5. Michael Wildenhain »Das Lächeln der Alligatoren«

Rechte: Klett-Cotta Verlag
»Eher unfreiwillig verbringt Matthias seine Sommerferien auf Sylt. Er besucht seinen jüngeren Bruder, der dort in einem Heim lebt und mit niemandem spricht. Doch der Urlaub nimmt eine unerwartete Wendung, als Matthias die Betreuerin seines Bruders kennenlernt und sich in sie verliebt. Marta allerdings nimmt ihn zunächst nicht wahr. Erst als sie sich Jahre später an einer Berliner Universität wiedertreffen, kommt Matthias seiner Jugendliebe nahe. Sie führt ihn in Studentenkreise ein, die einer radikalen Gruppierung angehören. Matthias lässt sich auf Marta und ihre Überzeugungen ein, ignoriert Vorzeichen und widerstreitende Gefühle. Was Martas Absichten sind, wird ihm erst klar, als es zu spät ist.« (Quelle: Klett-Cotta)

Total spannend hört sich das an. Irgendwie denke ich, das es vielleicht in den 70er Jahren spielt zu Zeit der Studentendemonstrationen, aber natürlich weiß ich es nicht. Ich mag sehr gerne Bücher, in denen Politik im Hintergrund eine Rolle spielt und das ist hier wahrscheinlich so. Das kommt sofort auf meine Liste.

Von den 15 Bücher interessieren mich nur zwei nicht, fünf werde ich mir auf jeden Fall genauer ansehen und bei den restlichen acht muss ich erst mal rein lesen und mich anschließend entscheiden.

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