2. März 2015

Montagsfrage: »Glaubst du, dass Bücher dein Denken/Handeln schon einmal beeinflusst haben?«

Ja, das glaube ich und nachdem ich die Nacht über diese Montagsfrage nachgedacht habe, fallen mir auch immer mehr Beispiele ein.

Logisch hierbei ist für mich, dass ich zwischen Sachbüchern und Unterhaltungsliteratur unterscheide. Sachbücher lese ich leider eher selten. Dies liegt vor allem an meinem Vorurteil, dass diese Bücher langweilig geschrieben sind und die Fußnoten meist hinten zusammenhängend als Anhang abgedruckt sind, was mich wahnsinnig macht. Aber wie einige vielleicht wissen, habe ich auf der Berlinale »Selma« gesehen und werde in den nächsten Tagen meine Lieblingsbuchhandlung aufsuchen und mir eine Biografie von Martin Luther King kaufen und hoffe, dass sie toll ist. Ich glaube, dass dies mein Denken nicht direkt beeinflussen, sondern einfach meine Haltung noch weiter bestätigen wird und ich noch mehr Empathie entwickeln werde für die Menschen, die für Gleichberechtigung gekämpft haben. 

Ähnlich ging es mir hier auch bei »Roots«, was der Anstoß für mich war für die dunklen Kapitel der amerikanischen Geschichte und der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung zu interessieren. Bestimmte Bücher haben mir einfach schon neue Interessengebiete eröffnet - so beispielsweise auch »Drei Minuten mit der Wirklichkeit«. Nachdem ich das gelesen hatte, musste ich einfach mehr über die Militärdiktaturen in Lateinamerika lesen und habe jetzt jede Menge anderer Bücher.

Wie Buchfresserchen auch schon beschrieben hat, passiert die Beeinflussung von Büchern vermutlich unterbewusst. Dennoch stelle ich fest, dass ich Begriffe, die ich nicht kenne oft nachschlage oder mich über erwähnte Ereignisse und Personen informiere. Wenn mir ein Buch gefällt, lese ich meist auch mehrere Artikel über den Autor oder besorge mir weitere Werke. Lesen bildet mich ungemein. Ich bin aber so auch einfach sehr wissensdurstig und interessiere mich für viel.

Zuletzt ist mir auch aufgefallen, dass ich bestimmte popkulturelle Referenzen in Serien/Filmen besser verstehe, da ich ein bestimmtes Buch gelesen habe - so zum Beispiel »Wer die Nachtigall stört« oder auch »Die Brautprinzessin«. Nicht nur versteht man die Literaturgeschichte der USA besser, sondern ich kann einen Seriencharakter besser einschätzen, wenn dieser ein bestimmtes Buch liebt, was ich auch kenne.

Ich hoffe, dass ist eine Antwort auf die Frage. Und haben Bücher auch schon mal beeinflusst?


1 Kommentar:

  1. Guten Morgen!

    Ich hab diese Woche zum ersten Mal mitgemacht und finde die Frage super!
    Gerade das macht für mich das Lesen aus. Natürlich auch die Unterhaltung, aber man findet in jeder Geschichte (oder es sollte zumindest so sein) einen tieferen Sinn. Ich lese die Bücher sehr bewusst und entdecke eigentlich immer Perspektiven über ein Thema, das mich zum Nachdenken bringt. Wenn ein Buch mir nichts sagt, finde ich es eher langweilig.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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