12. Februar 2015

Berlinale: Tag zwei und drei

Nun sind schon drei Tage meiner Berlinale vorbei und mein Zwischenfazit fällt sehr gut aus, ich habe vier Filme gesehen, alle waren unterschiedlich, berührend und toll. Die ersten drei Filme habe ich im Friedrichstadt-Palast angesehen. Wenn ich dort bin, sitze ich immer in der 12. Reihe - über die Berlinalejahre hat sich das irgendwie ergeben und jetzt muss es einfach sein. Lisa und Reihe 12 sind ein Team.
Gestern war ich dann in einem richtigen Kino und das war eine Wohltat für meinen Körper. In den Friedrichstadt-Palast passen zwar sehr viele Menschen rein und die Leinwand ist riesig, aber es ist dort mega eng und ich bin nur 160 cm groß.

Und bis jetzt habe ich immer Karten an der Tageskasse direkt vor Ort bekommen. Ich hatte zunächst ein bisschen Bedenken, da das Festival größer wird, mehr Menschen kommen und es daher nicht so leicht sein wird an Tageskarten zu kommen. Aber ich bin meist am Vormittag hin, habe mir meine Karten gekauft und habe bis zur Vorstellung noch andere Sachen erledigt, wie bspw. in der Bibliothek Hörbuch »shoppen«.


Jetzt aber zu den beiden Filmen, die ich gesehen habe: der erste läuft als Wettbewerbsfilm und der zweite im Bereich Berlinale Special.


Rechte: Berlinale
In dem polnischen Beitrag »Body« geht es um eine dysfunktionale Beziehung zwischen einer magersüchtigen Tochter und ihrem Vater. Vor ein paar Jahren starb die Mutter, was Olga nicht verarbeitet hat und dem gegenüber ihr Vater Janusz ratlos dasteht. Er versucht auch gar nicht ihr zu helfen, denn er ertrinkt seinen Kummer lieber mit Wodka. Nachdem Olga wieder einmal in eine Klinik eingeliefert wird, trifft sie auf die Therapeutin Anna, die vor Jahren ihren 8 Monat alten Sohn verloren hat und sehr zurückgezogen mit einem riesigen (wirklich riesigen) Hund wohnt. Außerdem behauptet sie mit Geistern reden zu können und sie zu sehen.
Freunde, das war ein wirklich toller Film. Er klingt zwar total deprimierend und traurig, was er auch an einigen Stellen ist, aber er ist so voller Witz und Absurdität, dass ich wirklich begeistert war. Die Schauspieler konnten mich wirklich überzeugen und genau für solche Filme liebe ich die Berlinale - die würde man sonst niemals im deutschen Kino sehen.

Ansehen könnt ihr ihn euch noch am Sonntag um 19:15 im Haus der Berliner Festspiele.


Rechte: Berlinale
Und gestern habe ich dann den isländischen Film »Virgin Mountain« gesehen und der war so niedlich, fröhlich und traurig zugleich. Wir begleiten hier Fúsi, der am Flughafen arbeitet und noch bei seiner Mutter wohnt. In seiner Freizeit stellt er bedeutende Schlatten des Zweiten Weltkriegs nach. (Da musste ich an Frank Underwood aus »House Of Cards«, der die Schlachten des Amerikanischen Bürgerkrieges darstellt, denken.) Aufgrund seines Körpers wird er ziemlich schlecht von seinen Kollegen behandelt. Dazu kommt, dass er sehr schüchtern ist und zurückgezogen lebt. Als er zu seinem Geburtstag einen Gutschein für einen Tanzkurs bekommt, begegnet er Sjöfn, die mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Es entspinnt sich eine kleine und zarte Freundschaft zwischen den beiden und Fúsis geregeltes, starres Leben gerät ein bisschen aus den Fugen.
Der erste Teil des Filmes ist sehr witzig und unterhaltsam. Danach wird es schnell ernst und tieftraurig, was mir wirklich sehr gefallen hat. Der Film hat einfach beides gezeigt, der Hauptdarsteller ist so wunderbar, die Geschichte hat Wärme und ist ehrlich. Auch die anderen Darsteller konnten mich durch ihre Skurrilität und Einzigartigkeit überzeugen. Hinzu kommt, das der Film in Island spielt und ich schon immer mal dorthin reisen wollte, was dieser Film nur noch weiter unterstützen konnte.

Den Film könnt ihr noch einmal sehen und zwar am Freitag um 9.30 Uhr im Haus der Berliner Festspiele. (Achtung: Isländisch mit englischem Untertitel!)


Insgesamt muss ich sagen, dass mir beide Filme ein Müh besser gefallen haben, als die ersten, weil sie tolle Ideen hatten, gute Schauspieler und die Liebe zum Genre Film deutlich gezeigt haben - danke Berlinale, ich finde es toll, dass es dich gibt!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen