6. Dezember 2014

Serie: »The Wire« - Zweite Staffel -

Es gibt Serien über die man zu viel verraten würde, wenn man über die zweite Staffel schreiben und reden würde und es gibt »The Wire«, eine der besten und großartigste Serie, die ich in diesem Jahr entdeckt habe.

Aber von Anfang an: Schon im letzten Jahr habe ich mit 3 Freundinnen ein Seminar an der FU Berlin besucht, in dem es um Serien ging und ich entdeckte diese wunderbare Serie, da sie der Liebling der Dozentin war. Obwohl ich wirklich sehr sehr viele Serien sehe, kannte ich diese wunderbare fünf Staffeln umfassende Serie aus den frühen 2000 noch nicht und war umso gespannter, ob sie mir gefallen wird.

Grundsätzlich kann ich sagen, dass es um kriminelle Machenschaften in Baltimore geht - in der ersten Staffel geht es um Drogenverkauf und welche Möglichkeiten die Polizei hat diesen zu stoppen. Was ich so ungewöhlich und beeindruckend an der Serie finde, ist, dass es nicht um Polizist gegen Kriminellen geht, nicht Gut gegen Böse, sondern alle irgendwie ihre Gründe haben bestimmte gute und schlechte Dinge zu tun. So verfolgen wir nicht nur die Polizei bei ihrer Arbeit, sondern sind auch ständig bei den Leuten, die von der Polizei abgehört werden und das ist damals (und heute) so neu, so anders und sehr real.

INHALT + EINDRUCK

In der zweiten Staffel geht es nicht vordergründig um Drogen, sondern dieses Mal ist der Ort an dem die Staffel stattfindet im Hafen von Baltimore angesiedelt. Am Anfang sehen wir zunächst, was aus den Polizisten aus der ersten Staffel geworden ist. »In der Zwischenzeit versuchen die Stundenlöhner am Hafen von Baltimore, Jobs zu ergattern und die Gewerkschaftsbosse greifen zu allerhand illegalen Mitteln das Geschäft wieder zu beleben. Da droht eine schreckliche Enthüllung den ganzen Hafen zu sprengen...«
Der Boss der Gewerkschaft, Frank Sobotka (Chris Bauer), muss damit umgehen, dass immer weniger in seinem Hafen verladen wird, Immobilieninvestoren versuchen Luxuswohnungen zu errichten und die Hafenarbeiter haben immer weniger zu tun.



Ich dachte bei den ersten fünf Folgen, dass es gar nicht so gut werden kann, wie die erste Staffel, aber in der zweiten Hälfte nimmt sie so ein rasantes Tempo auf, dass man gar nicht so schnell schauen kann und sich dabei in der einen oder anderen Szene denkt: »Passiert das gerade wirklich?«
Und gerade das Thema Hafen finde ich super interessant und trotz des harten Geschehens habe ich voll Lust mir mal einen Hafen intensiver anzusehen. Man lernt richtig, wie am Hafen gearbeitet wird und was für Probleme ein Hafen haben kann. (Ich weiß, dass dies ein bisschen merkwürdig klingt, aber egal.)
Und die Schauspielerinnen und Schauspieler liebe Leser - unfassbar, mit dabei sind unter anderem Dominic West und Idris Elba. Endlich mal eine Serie, die realistisch darstellen, wie es in der amerikanischen Stadt aussieht.
Mein Lieblingscharakter ist eben auch der oben genannte Frank Sobotka, da ich so gut nachvollziehen kann, warum er illegale Dinge tut - nicht für sich oder um sich zu bereichern, sondern um seinen Hafen zu retten. Und so sind alle Figuren angelegt: vielschichtig, tiefgründig und different.
Meiner Meinung nach haben sich die Macher dieser Serie so viel mit dieser Serie getraut und dabei so viel gewonnen, vor allem die Herzen aller Serienfans.
So ist »The Wire« eindeutig das Vorbild für Vince Gilligan (»Breaking Bad«), Nic Pizzolatto (»True Detective«) und andere, die diese Serie gesehen haben müssen, bevor sie mit ihren eigenen innovativen Projekten durchgestartet sind - ein Vorbild für moderne Serienmacher.

FAZIT

Ich bin verliebt in diese Serie. Man kann sie zwar nicht so weggucken, wie beispielsweise »Scandal« (dazu bald mehr), aber irgendwie mag ich das auch, dass man sich wirklich nur damit beschäftigt und konzentrieren muss. Ich habe alle Charaktere in mein Herz geschlossen und leide bei jeder Folge mit und bin immer wieder erstaunt, wie es mit den Charakteren weiter geht. So liegt die dritte Staffel schon zu Hause bereit und ich werde jede Minute genießen.

Ich empfehle euch trotz des anderen Themas in der zweiten Staffel mit der ersten zu starten, da die ehemaligen Protagonisten auch hier eine große Rolle spielen und man sonst durcheinander kommt und nicht recht weiß aus welchen Motiven sie gerade so handeln.

Und als letztes solltet ihr euch das Intro anhören und ansehen, weil es so schön ist. Funfact hierbei: Das Lied ist in jeder Staffel gleich, wird aber fünf Mal unterschiedlich interpretiert- toll.

RAHMENDATEN

Serie: The Wire Staffel 2
Autor/Showrunner: David Simon
Sprache: Englisch
Sender: Home Box Office (HBO)
Folgen: 12
Länge einer Folge: circa 55 Minuten
Erstausstrahlung: Juni bis August 2003
Darsteller: Dominic West, Wendell Pierce, Sonja Sohn, Amy Ryan, Domenick Lombardozzi, Clarke Peters, Lance Reddick, Wood Harris, Idris Elba, Chris Bauer, James RansonePablo Schreiber, Bill Raymond, Paul Ben-Victor
Preise: ASCAP Award für Tom Waits


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